Die af5
Mit der af5 schaffen wir Platz für alternative Kultur, emanzipatorisches Engagement und kollektives Wohnen, einen langfristig sicheren, bezahlbaren und selbstverwalteter Ort in der Nürnberger Südstadt. Es wird ein Begegnungsort zum Vernetzen, gegenseitig stärken, Unterstützen und Erholen. Getragen wird all das von unseren Grundsätzen Gemeinwohlorientierung, Selbstverwaltung und Solidarität.
Wir sind 8 Personen, die teilweise schon zusammenwohnen, befreundet sind und sich von kulturellen Veranstaltungen oder emanzipatorischen Initiativen kennen. Wir sind zwischen 26 und 36 Jahre alt und haben eine gemeinsame Vision von Räumen, die basisdemokratisch, bezahlbar und solidarisch verwaltet, vom Immobilienmarkt unabhängig und langfristig gesichert sind. Wir wollen langfristig sicherstellen, dass alternative Kultur, emanzipatorisches Engagement und kollektive Wohnformen, in der Nürnberger Südstadt den Platz bekommen, den sie brauchen. Seit 2023 arbeiten wir als Gruppe daran, diesen Wunsch zu realisieren.
Gerade dreht sich für uns viel um die Finanzierung des Gebäudes. Dabei hilft uns Öffentlichkeit-Schaffen oder Anderen begeistert von uns erzählen genauso, wie ein Direktkredit. Nach dem Freikaufen gibt es noch viele andere Möglichkeiten zu unterstützen. Wenn du Lust hast, bei der Renovierung zu helfen, einen Raum im Projekt nutzen willst oder das Haus anders mit Leben füllen möchtest, dann schreib uns jederzeit!
Du kannst die Kampagne unterstützen oder nach dem Freikaufen bei der Renovierung helfen. Du kannst Initiativen starten, die Teil des Projektes werden oder dich bei der Umsetzung von offenen Werkstätten, eines Tagescafés oder offenen Ateliers einbringen. Du kannst für die Nutzung eines Raumes anfragen, wenn du Teil einer Initiative oder eines Vereins bist und wenn du Lust auf kollektives Wohnen hast, gibt es auch die Möglichkeit in der af5 zu wohnen. Melde dich gerne, wenn du dir etwas davon vorstellen kannst. Dann vereinbaren wir ein Kennenlernen.
Mit der af5 kaufen wir über 260m² Gewerbefläche vom Immobilienmarkt frei. Die wollen wir alternativen kulturellen und emanzipatorischen Initiativen und Vereinen zur Verfügung stellen. Wie genau das aussehen wird, hängt davon ab, wer sich wie einbringt. In unserer Vision sind Anlaufstellen für die Nachbar*innenschaft ein Herzstück der af5. Wir stellen uns darunter Orte wie ein Tagescafé, offene Werkstätten oder Ateliers vor. Räume, um sich auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und um gemeinsam zu lernen. Zusätzlich hat die af5 auch drei Etagen Wohnfläche. Diese werden gemeinschaftlich belebt.
Wir kaufen ein Haus in der Nürnberger Südstadt. Durch unsere Organisationsstruktur wird es quasi unverkäuflich und dementsprechend vom Immobilienmarkt befreit. Dadurch können Mieten stabilisiert und langfristige Planungssicherheit garantiert werden. So können die circa 750m² Grundstücksfläche der af5 in ihrem zweiten selbstverwalteten und solidarischen Frühling langfristig erblühen.
Der Name unseres Hausprojekts leitet sich von seiner Adresse ab: Anne-Frank-Straße 5. GWN steht für Gemeinsam Wohnen Nürnberg e.V. Das ist der Name des Vereins in dem sich die Hausnutzenden organisieren und mit dem wir die GmbH gründen, die das Haus kaufen wird.
Finanzierung und Mietshäuser-Syndikat
Das Mietshäuser Syndikat (MHS) macht das Freikaufen von Häusern vom Immobilienmarkt möglich. Das bundesweite Netzwerk versteht sich als Solidarzusammenschluss von Nutzenden selbstorganisierter Häuser. Vor jedem Hauskauf oder Neubau gründet der entsprechende Hausverein mit dem MHS als Zweitgesellschafterin eine Hausbesitz GmbH. Das MHS sorgt als Kontrollinstanz dafür, dass das Haus dem Immobilienmarkt entzogen bleibt. Außerdem unterstützt es während des gesamten Planungs- und Umsetzungsprozesses durch Erfahrungsaustausch, kompetente Beratung und Kontrolle der Projekt- und Finanzierungspläne. Seit den 1990er-Jahren wurde deutschlandweit mit circa 200 Projekten dauerhaft bezahlbarer Raum geschaffen und selbstorganisiertes Leben und Wohnen ermöglicht.
Direktkredite sind Nachrangdarlehen. Der Kreditvertrag enthält deswegen eine qualifizierte Rangrücktrittklausel. Das bedeutet, als Direktkreditnehmende können wir keine banküblichen Sicherheiten garantieren. Im Fall eines finanziellen Engpasses kann es sein, dass wir Direktkredite inkl. Zinsen nicht fristgerecht zurückzahlen können, falls dies unsere Insolvenz bedeuten würde. Sollte es zu einer Insolvenz der GmbH kommen, werden die Direktkredite nur nachrangig bedient. Alle anderen, nicht-nachrangigen Geldgebenden, etwa Banken, erhalten ihr Geld zuerst zurück.
Von Beginn an, geht ein Teil unserer Miete in den Solidarfonds des Mietshäuser Syndikats (MHS). Während der Anteil für Zins und Tilgung über die Jahre sinkt, steigt unser Beitrag zum Solidarfonds des MHS. Zusätzlich finanzieren wir unsere Kosten für Verwaltung, Renovierungen, Aus- und Umbau durch unsere Miete mit. So können wir sicherstellen, dass unsere Miete immer gemeinwohlorientiert ist.
Wenn du uns Geld zur Verfügung stellen möchtest, ist eine Möglichkeit ein Direktkredit. So kannst du mit einem Betrag zwischen 500 und 50.000 EUR ein nachhaltiges, soziales und solidarisches Projekt unterstützten. Wir sind froh und dankbar für jeden Direktkredit. Bitte fülle dafür eine Absichtserklärung aus. Dazu gehört neben deinen Kontaktdaten auch die Höhe des Kredits und dein gewünschter Zinssatz. Wir bieten Zinssätze zwischen 0 und 2 % an. Dabei dürfen wir je 0,1 % Zinssätze nur jeweils 100.000 Euro annehmen. Deswegen könnte es sein, dass dein gewünschter Zinssatz schon voll ist und der tatsächliche etwas abweicht. Die Absichtserklärung ist rechtlich nicht binden, sondern soll uns einen Überblick verschaffen. Sobald wir genügend Absichtserklärungen gesammelt haben, melden wir uns bei dir und überführen die Absichtserklärung in einen Direktkreditvertrag.
Die Absichtserklärung kannst du online ausfüllen und uns per Mail oder Instagram schicken oder ausdrucken und uns per Post schicken. Außerdem findest du die Absichtserklärung auch zum Abtrennen auf der letzten Seite unserer Broschüre.
Wir legen beim Abschluss des Vertrages gemeinsam mit dir eine Mindestlaufzeit und eine Kündigungsfrist fest. Aktuell beträgt die Mindestlaufzeit jedoch mindestens 2 Jahre und die Kündigungsfrist mindestens 6 Monate. Bei Krediten die größer als 5000 Euro sind, beträgt die Kündigungsfrist 12 Monate. Diese Zeiträume brauchen wir gerade Beginn des Projektes, um eine gewisse Planungssicherheit zu haben.
Die Kosten von rund 2 Millionen EUR für den Kauf und die Renovierungsarbeiten der af5 finanzieren wir durch Bankkredite und Direktkredite. Konkret heißt das, wir nehmen einen großen Kredit bei einer Bank für einen Teil der Kaufsumme und der Renovierungskosten auf. Die Renovierungskosten finanzieren wir zusätzlich über einen KfW-Kredit. Circa die Hälfte der Kosten werden über Direktkredite finanziert. Das sind Geldbeträge von Privatpersonen, die dem Projekt als Nachrangdarlehen zu flexiblen Zinssätzen von 0 bis 2% geliehen werden. Das geht mit einer Kündigungsfrist ab 6 Monaten. Es kann ein Betrag zwischen 500 und 50.000 EUR bereitgestellt werden, um das Projekt finanziell zu unterstützen – solidarisch, nachhaltig, sozial und transparent.
Selbstverwaltung & Struktur
Wir haben einen Verein gegründet – Gemeinsam Wohnen Nürnberg e.V. In diesem Verein sind alle Mitglied, die die af5 nutzen möchten. Mit diesem Verein gründen wir eine GmbH. Die GmbH kauft das Haus in der Nürnberger Südstadt. Das Mietshäuser Syndikat wird Zweitgesellschafterin dieser GmbH und sorgt als Kontrollinstanz dafür, dass das Haus dem Immobilienmarkt entzogen bleibt. Am Ende gehört das Haus also der GmbH und die GmbH gehört zu 51 % dem Hausverein. Damit gehört das Haus immer denen, die es nutzen.
Alle Hausnutzer*innen sind Mitglieder im Hausverein. Alle Aufgaben, wie Geschäftsführung, Verwaltung, Finanzen und Instandhaltung werden unter den Mitgliedern des Hausvereins aufgeteilt. Diese Aufteilung, sowie sämtliche Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Das heißt, wir einigen uns auf den größten gemeinsamen Nenner. So können alle Perspektiven berücksichtigt werden und alle Nutzer*innen die Entscheidungen mittragen.